Was bisher geschah… Jahresbericht 2016

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Wie alles begann…

vor garnicht allzulanger Zeit, im Jahr 2013, im letzten Monat in dem der Greißler am Kirchenplatz noch geöffnet war, wurde ich Karlstifterin. Die Schließung des Geschäfts traf mich hart. Als gerade-noch Städterin hatte ich kein Auto und das kleine Geschäft war ein netter Treffpunkt an dem man sich zudem mit dem Nötigsten versorgen konnte. Mein Wunsch war es seitdem wieder einen solchen Ort der Nahversorgung zu schaffen, statt dem Verfall der ländlichen Infrastruktur tatenlos zuzusehen. Gleichzeitig war klar, dass eine Einzelhandelsgeschäft wirtschaftlich in einer kleinen Gemeinde nicht überleben kann.

Als Künstlerin habe ich einen Weg gesucht, das Problem auf kreative Weise zu lösen und das kulturelle Experiment „Karlstift26 – einmachen. anmachen. aufmachen“ ins Leben gerufen. Mein Ziel war es in einem Jahr so viele Menschen wie möglich für das Projekt zu begeistern und gemeinsam eine solide Lösung für die Zukunft aufzubauen.

Im Jahr 2016 wurde das Vorhaben durch die Jugendkulturförderung „Come on“ des Landes NÖ gefördert, was die Zusammenarbeit mit verschiedenen Musikern und einem Fotografen ermöglichte. Die Vernissage am 30.1. und die Finissage am 19.11. markieren diesen Förderzeitraum.

Weil ich unter Lebensmittel auch Nahrung für den Geist versteh, freut es mich ganz besonders, dass es von Anbeginn eine Büchereizweigstelle in K26 gibt. Wir führen ein wechselndes Angebot an Medien aus der Gemeindebücherei und entliehene Bücher aus Bad Großpertholz können in K26 retourniert werden. Seit neustem bieten wir auch Serviceleistungen, wie die Ausgabe des Gelben Sackes an. Darüberhinaus ist uns die Nutzung der Räumlichkeiten, dank der Unterstützung der Gemeinde erst möglich. 

Auch wenn noch ein sehr langer Weg vor uns liegt, bin ich begeistert, was wir gemeinsam im letzten Jahr geschafft haben. Viele Menschen in und um Karlstift haben Werte in Form von Zeit, Leidenschaft und barer Münze eingebracht und etwas viel wertvolleres geschaffen: Ein Stück Lebensqualität, einen Treffpunkt, einen Wirtschaftsraum!

Danke an Alle die 2016 mitgeholfen und K26 möglich gemacht haben! Ich freue mich auf unser gemeinsames Engagement 2017 und wünsche euch viel Freude beim Lesen.

Unterschrift
– Vereinsobfrau und Geschäftsführerin-

Was bisher geschah…

Jänner
Am 30.1.2016 startete der gemeinsame EntwicklungsL1017982-Bearbeitetprozess unseres Geschäftes mit einer Vernissage. Soyka&Stirner gaben ein Konzert im Vereinszentrum und es gab Köstlichkeiten von unseren ersten regionalen Produzenten: Milchhof in Langschlag, dem Lämmerhof Groiß aus Bruderndorf und der PAN Gemeinschaft aus Harmannstein. Über 100 interessierte BesucherInnen aus Karlstift und Umgebung fanden ihren Weg zu uns.

 

FebrMilchkühlschrank 1uar
Schon in der folgenden Woche begann eine Gemeinschaft privater Haushalte wöchentlich beim Milchhof zu bestellen. Seitdem werden die frischen Bauernprodukte immer Donnerstags nach Karlstift geliefert.
Abholmöglichkeit für die regionalen Spezialitäten gibt es seit Februar am Donnerstag Abend und Samstag Vormittag.       

MärzMilchkühlschrank 2.0
Anfangs noch mit einem winzigen Kühlschrank, entwickelten wir uns schnell zu einer stattlichen Bestellgemeinschaft. Dank der tatkräftigen Unterstützung
seitens des Karlstifter Ortsverschönerungs- und Fremdenverkehrsvereins
haben wir nun auch eine richtige Geschäftseinrichtung von einer ehemaligen Zielpunktfiliale
übernehmen können.
Mit
belastbaren Regalen und großen Kühlschränken ist Karlstift wieder einen Schritt näher an sein eigenes Geschäft im Ort gerückt.

April
Die Karlstifter Frühlingsbegrünung sowie Salatpflanzen für die heimischen Gärten waren der Auftakt für das Tauschen und Verkaufen von Pflanzen aus eigener Zucht der Vereinsmitglieder und die Zusammenarbeit mit der Baumschule Artner in Reichenau begann.

KarlstiftertreffenMai
Es wurde Zeit die passende Rechtsform für unser Experiment in Sachen Selbstverwalteter Lebensmittelversorgung zu finden.
Am 1.Mai haben wir den Verein K26 -Nahversorgunsgemeinschaft Karlstift gegründet und einen Gewerbeschein für Lebensmittelhandel gelöst. Am Tag der offenen Tür anlässlich des Karlstiftertreffens wuchs unser Verein gleich um einige neue Mitglieder an. Für die Großen gabs Verkostung, für die Kleinen gabs bunt geschminkte Gesichter.

Juni/Juli
Wir verfeinern unser System, finden neue Produzenten in der Gegend und wachsen als Verein stetig weiter und zusammen.

August
Der Sommer in Karlstift war turbulent. Anlässlich des Holzhackerwettbgruppenbildewerbs fand wieder ein Tag der offenen Tür statt.
Außerdem beteiligten wir uns mit „kunterbunt&Köstlich“ am Ferienspielangebot der GemeindenBad Großpertholz und veranstalteten mit ca 20 Kindern eine aufregende Schnitzeljadg quer durch Karlstift. Bei Lagerfeuer und Stockbrot wurden aus den regionalen Zutaten ein fürstliches Mahl bereitet.

September
Wir starten mit unserer neuen Registrierkasse in den Herbst. Das digitale System erleichtert den Verkauf ungemein und das Einscannen der Ware macht zudem großen Spaß. Wir sind unglaublich stolz und fühlen uns schon wie ein echtes Geschäft.

Oktober
Der Fotograf Bastian Schwind verbrachte im Rahmen des Projekts einmachen.anmachen. Aufmachen eine Woche in Karlstift und entwickelte die Fotoarbeit 122x250x80, die aktuell in den geschäftsräumlichkeiten ausgestellt ist. Auf einer 2,5 Meter Leinwand ist mittels Drucktechnik jedes Gebäude in Karlstift zu sehen. Kleinere Einzelbilder können auch erworben werden.

November
Mitglieder des Vereins sperrten außerhalb der regulären Öffnungszeiten auf, um mehr Personen auf unser Geschäft aufmerksam zFinissageu machen und eine Möglichkeit für kleine Einkäufe zu bieten.
Mittlerweile ist unser Warenbestand schon sehr gewachsen und auch ohne Vorbestellung findet sich für jede/n etwas. Wer sicher gehen will, dass die Lieblingsprodukte, z.b. Bauernbutter und Erdäpfel, vorrätig sind, bestellt bei seinem Einkauf für die kommende Woche vor.
Bei unserer Finissage am 19.11. spielte der Gitarrist Fabian Pollack und begleitete unsere Feier anlässlich der Erfolge des ersten Jahres.

Dezember:
Zum Weihnachtsgeschäft gab es einige neue Highlights in der Produktpalette. Exklusiv und limitiert war der Karlstifkalender schnell vergriffen. Aber auch kleine Geschenke von Bienenwachskerzen bis Badekugeln aus regionaler Manufaktur finden sich nun in unserem Sortiment.
Besonders zu betonen ist, dass nicht nur unsere Produzenten Mitglieder in K26 werden, sondern auch unsere Mitglieder ihre Eigenerzeugnisse anbieten können. Ob du Marmelade,Schmuck oder Gebäck erzeugst,… K26 ist dein Wirtschaftsraum!

Was es noch zu sagen gibt…
K26 wird von ehrenamtlichen Mitgliedern betrieben und durch gemeinschaftliches Engagement erhalten. Wie haben uns dem Geschäft einen Ort geschaffen, an dem wir die Möglichkeit haben uns die Lebensmittel unseres täglichen Bedarfs vor Ort zu organisieren, statt viele Kilometer fahren zu müssen.
Wer in K26 einkauft lässt sein Geld in der Region und der örtlichen Gemeinschaft.

Für den Fortbestand brauchen wir auch deine Mithilfe! Entweder Kassadienst oder Waren einkaufen, Produktsuche und Kontakt mit Produzenten, System erweitern, Putzdienste, Buchhaltung, Muskelkraft oder Handwerker… jeder kann seine Talente einbringen und alle werden gebraucht.
Sprich uns an, wenn du dich aktiv einbringen möchtest!